wald...

Die Waldelben

Aradimos Erbe

Ich öffnete die Augen und sah gerade die Sonne hinter den Bergen hervor kriechen, als eine mürrische Stimme von unten brüllte l:“ Sonnenaufgang! Aufstehen!“ Ich stieg aus meinem Bett und ging zum Fenster, ich hatte das oberste Zimmer im Baumhaus der Kämpfergilde. Das Zimmer der ‚Jünglinge’. Eisiger Ostwind blies mir ins Gesicht, doch die Sicht war wunderbar klar. Ideal zum jagen! Ich schmunzelte und machte mich bereit für die Jagd. Kaum war ich im Speisesaal, kam auch schon Faro, der Gildenmeister auf mich zu: „Morgen Eldron, du bist einer der begabtesten Schützen von uns, dir wird heute die Ehre erteilt, einen Jagdtrupp nach Osten zu führen.“

Ich konnte es nicht fassen. ICH, ich dürfte alleine einen Jagdtrupp führen. Mein Herz pochte lautstark vor Vorfreude. „Komm setzt dich zu uns, ich teil dir deine Männer zu.“

Ich bedankte mich für diese Ehre, als Jüngling einen Trupp führen zu dürfen. „ Ha, soll ich dir mal was sagen Eldron? Du taugst jetzt schon mehr als viele meiner fertig ausgebildeten Krieger!“, lachte Faro und klopfte mir auch die Schulter. Ich war mehr als nur fassungslos. Nach dem Frühstück sattelte ich mein Pferd. Es war ein großer Rappe, sehr ungewöhnlich für ein Elbenpferd. Es gab nur sehr wenige Rappen. Der große Hengst wieherte mir bereits entgegen. Seine, unsere erste Jagd als Truppenführer. Ich musste mich beeilen, denn mein Trupp sollte bereits um 7Uhr los reiten.

 Als wir aufbrachen war die Sonne aufgegangen, wir ritten los, nach Osten in die Berge. Der Weg in die Berge war nicht weit, aber sehr steil. Oben angekommen ritten wir in den dichten Wald hinein, der trotz starken Sonnenlichts, dunkel war. So dunkel, dass man kaum die Hand vor Augen sah. Mir gefiel das nicht, etwas war anders als sonst… aber was? Wir ritten weiter. 100, nein tausende Vögel kamen uns entgegen, so als seien sie auf der Flucht. Im Wald sahen wir kein Tier, nicht einmal ein Kaninchen. Langsam kamen wir auf eine große Lichtung. Es roch stark nach Tod. Überall auf der Lichtung, es mussten 100 Tiere sein, lagen Tierkadaver. Ein schaudern ging über meinen Rücken. „Bleibt zurück!“, sagte ich und hob die Hand als Zeichen. „Was ist…?“ „Psssssst!“ Die Erde bebte, vibrierte. Etwas Riesiges kam auf die Lichtung, es sah so aus wie ein riesiger schwarzer Hund mit blutroten, unterlaufenden Augen. Er machte sich über die Kadaver her. Er hatte lange, knochenbrecherische Zähne, mindestens 5 Füße lang! Ich war vor Angst wie gelähmt. Das Tier konnte selbst Faro mit einer Aktion töten! Hinter ihm, im Schatten tauchten 40 Reiter auf, eine richtige kleine Armee. Die Reiter, es waren Orks, aber anders als ich sie je gesehen hatte, sie hatten noch starke Ähnlichkeit mit uns Elben. „ Es rrrricht nach Elb!“, fauchte einer und ritt ins Licht. „Das ist unmöglich, der Köter tötet alles was nur Elb sein könnte oder danach richt! Und außerdem, warum sollte er Kadaver fressen, wenn er Frischfleisch haben könnte?“, meinte ein zweiter der auf die Lichtung kam. Ein dritter Reiter ritt ins Licht. „Ach schweigt!“ Der Reiter war anscheinend ihr Anführer, denn sie verstummten sofort. „Morgen werden wir anfangen sie alle, alle zu vernichten. Wir werden unser rechtmäßiges Erbe antreten. Wir Nekromanten rotten morgen die Waldelben aus!“ Die Reiter grölten und stießen ihre Waffen in die Luft.

„Kommt, wir gehen. Wir müssen unseren Ältesten informieren bevor es zu spät ist!“ Wir setzten unseren Pferden einen Schleichzauber auf und ritten zügig zurück. Endlich als wir draußen waren, blickte ich zurück. Als ich mir sicher war, das uns keiner folgte, gab ich meinem Pferd die Sporen. Unsere Pferde preschten zurück ins Dorf. Vor dem Haus des Ältesten sprang ich vom Pferd und ließ meinen Rappen in Richtung Stallungen laufen. Die Wachen versperrten mir den Weg zu Tür. „ Ich muss zum Ältesten. Ich bin Eldron, Jagdtruppenfürher und Jüngling der Kämpfergilde des Faros!“ Sie musterten mich und ließen mich schließlich durch. Der Weise saß am Tisch mit dem Rücken zu mir. „Guten Morgen Faro!“ Ich stutzte. „Morgen Irdas!“ „Ich weiß warum du hier bist Eldron, die Nekromanten kommen.“ Ich setzte mich gegenüber von ihm an den Tisch. „Woher…..?“ Er unterbrach mich. „Es ist nicht wichtig woher ich es weiß, sondern das ich es weiß! Nekromanten sind die verstoßenen unseres Volkes. Sie sind halb Orks geworden, sie sind im Kern noch nicht ganz Ork geworden. Sie können noch alle Magie anwenden, ohne es zuvor durch langes übern zu erlernen. Sie sind auch noch so gebaut wie wir, kleiner als unsereins. Sie werden uns morgen wir werden unsere Heimat nicht verteidigen können, sie sind zu stark.“ Ich wollte was sagen, aber er brachte mich mit einer Handbewegung zum schweigen. „Wenn ich dir morgen das Zeichen gebe, nimm dein Pferd und den jungen Magiersohn Adrian und reite der untergehenden Sonne entgegen. Adrian ist ein hervorragender junger Magier, er wird dir so manches Mal eine große Hilfe sein.“ Er schmunzelte. „Doch nun genug geredet, es wird Zeit das du dein Rechtmäßiges Erbe.“ „Ich? Ich bin ein einfacher Sohn, der Sohn eines Bauern!“ „Bist du dir da so sicher? Du hast weder mit deinem Vater, noch mit deiner Mutter die geringste Ähnlichkeit. Ist dir noch nie in den Sinn gekommen, das sie nicht deine Eltern sind?“ „ Ja, schon aber…“ „Komm mit Eldron.“ Wir gingen in einen Saal, riesig und überall an der Wand hingen Waffen und Rüstungen als Dekoration. Am Ende des riesigen Saals war eine Rüstung, ein Schwert, Bogen und Pfeile ausgestellt. Irdas blieb vor der Rüstung stehen. „ Ist sie nicht wunderschön? Sie gehörte eins deinem Vater. Aradimos, dem größten Krieger unseres Volkes der je lebte. Damals als er in den Kampf zog, als du noch klein warst, musste er dich fort geben. Ihm brach es das Herz, er liebte dich sehr. Er gab dich nur fort, weil er wusste dass es das Beste war, er wusste dass dies seine letzte Schlacht war, dass er sterben würde. Die Schlacht um Nandir. Komm zieh sie an!“ Ich war fassungslos. Aradimos, der größte Krieger aller Zeiten war mein Vater! Langsam ging ich auf die Rüstung zu. Es war feinste Zwergenarbeit, wunderschön verziert und extrem leicht. Nach und nach zog ich die Rüstung an, sie passte wie angegossen! „Du siehst aus wie dein Vater, Eldron!“, sagte Irdas und lächelte. „Leg Schwert und Bogen auch an.“ Der Bogen, ein Traum eines jeden Schützen, herrlich verarbeitet aus feinster elbischer Eiche. Das Schwert, ein Langschwer, es war sehr leicht und lag gut in der Hand. Es klopfte an der Tür. Tirdas sah auf. „Komm herein Faro!“ Faro kam durch die Tür. Tirdas ihm mit nach neben an zu kommen. Ich probierte das Schwert ein wenig aus und ließ es durch die Luft schwingen. Nach einigen Schwingen steckte ich es zurück in den Gürtel. Es hing noch ein Schild an der Wand. Es hatte einen herrlichen Rappen. Es hatte auch mein Rappen zeigen können. Ich nahm es ab und erschrak, das Schild fühlte sich so leicht an das ich dachte es wäre vielleicht nicht aus Eisen. „Leichter als eine Feder!“, sagte ich zu mir. „Eldron, du musst sofort Losreiten! Pack dir genug Proviant ein. Es ist ein weiter Weg nach Nandir. Faro wird dich und Arian begleiten“, sagte Irdas mit todernster Miene. „Eldron, komm!“ Faro lief schon zur Tür. Ich stand auf dem Türsims als er mir noch hinterher rief: „Pass auf dich auf, Junge. Das Schicksal unseres Volkes hängt von dir ab!“

Nandir

Wie Irda es mir gesagt hatte holte ich den Jungen Adrian ab. Er war knapp 14 Jahre alt. Er war ein Bild von einem Elben. Groß, schlank, grüne Augen und kurze dunkelblonde Haare. Wir gingen zu den Stallungen und ich gab Adrian ein Pferd. Ein liebes Tier, noch sehr jung, aber gutmütig. Kurze Zeit später stößt auch Faro zu uns. Er sattelte seinen Schimmel. Die Sonne ging langsam unter. Voll gepackt machten Faro, Adrian und ich uns auf die Reise. Adrian war ein ganz guter Reiter, der große Fuchs von ihm schritt zufrieden neben mir her.

„Warum müssen wir heute aufbrechen? Ich dachte wir, müssten erst morgen fliehen.“ fragte ich Faro. „Später fanden wir bereits heraus, dass die Nekromanten bereits morgen angreifen.“ Adrian wirkte als ging es ihm nicht gut. Es lag Panik in seinen Augen. „Nekromanten? Ich dachte es wären nur erfundene Wesen um kleinen Kindern Angst zu machen…“ „Hmm…nein, wie es scheint gibt es sie wirklich. Verbrecher vergangener Zeiten. Mörder, Diebe, Verräter…“ antwortete ihm Faro. „Kommt, wir müssen noch diese Nacht in Nordas ankommen, einem kleinem Dorf in der Nähe!“ Und mit diesen Worten preschten wir los durch die Wälder Salvators.

Es war schon spät in der Nach als wir endlich in Nordas ankamen. Faro ritt voraus und schaute sich nach dem Gasthaus um. Endlich hatten wir eins. Doch als wir hinein gingen war alles leer. Es war mir schon aufgefallen, dass überall im Dorf kein Licht brannte, keine Menschenseele zu sehen war. "Hier stimmt etwas nicht, hier sind keine Elben mehr. Aber ich spüre das jemand zum Gasthaus kommt!" sagte Adrian angsterfüllt. "Schnell, raus zu den Pferden." rief Faro und stürmte hinaus. Wir ritten so schnell wie es ging und verließen das Dorf. "Das Dorf ist tot, sie waren schon da..." sagte Adrian traurig. "Es nützt nichts,  aber nun, lasst uns weiterreiten. Es ist besser, zumindest hätte ich ein ungutes Gefühl hier ein Lager aufzuschlagen." meinte ich.

13.7.08 22:11

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